Von Sansibar-Stummeläffchen lernen, heißt siegen lernen. Nicht nur, weil diese Meerkatzen-Verwandschaft sich rein vegetarisch ernährt. Auch das wäre schon aller Ehren wert. Aber sie haben etwas gegen jene Misslichkeiten gefunden, die mit dieser gesunden Ernährungsweise einhergehen. Und wer leise durch den Dschungel streicht, hört schon von Weitem, was Vegetarismus in freier Wildbahn so gefährlich macht: Blähungen. Nämlich dann, wenn sie geräuschvoll abgehen - ständig. Und Begehrlichkeiten bei ihren "räuberischen Mitgeschöpfen" auslösen. Eine Bande furzender Affen.
Doch seit der Mensch in das Leben der Stummeläffchen getreten ist, geht es deutlich leiser zu im Dschungel, denn diese haben schnell erkannt, dass die Holzkohle in den verlassenen Feuerstellen ihrer Mitbewohner ihren Blähungen Herr werden kann. Wenn man sie frisst.
Und so beweist sich einmal mehr die Erhabenheit des auf die Kraftquellen der Natur gerichteten Verstandes - dieser Affen.Während sie sich heilen, lässt der Mensch die Kohle achtlos liegen.
Montag, 15. April 2013
Donnerstag, 11. April 2013
Gegen die eigene Ohnmacht: In kleinen Kreisen die ganze Welt retten
Manchmal könnte man verzweifeln an den Problemen dieser Welt. Kriege dort, Hungersnöte da, Erdbeben dort ... und das Gefühl zu klein und unbedeutend zu sein, um dagegen etwas ausrichten zu können.
Vielleicht ist es ja aber auch nur die Perspektive, von der aus wir die Welt betrachten, beziehungsweise aus der sie uns näher gebracht wird. Speziell von den Medien. Und es bricht über uns herein - und lähmt uns.
Was mich an den Tag erinnert, an dem ich, das Kind aus dem Dschungel, in der Sierra Nevada zum ersten Mal auf Skiern gestanden bin. Mark hat mich einen steilen Hang hinter unserer Berghütte hinaufgejagt. Da bin ich dann gestanden, den starren Blick auf die Hütte gerichtet, die weit unten und doch so bedrohlich nah vor mir gelegen ist. Ein großes und viel zu hartes Hindernis., das meine Skier magisch anzuziehen schien.
"Fang mit einem Pflug an, und dann mach den nächsten in die andere Richtung." Das war Marks Vorschlag. Ich stand aber weiterhin nur da und deutete unsicher auf die Hütte.
"Aber ...". Mehr brachte ich nicht heraus.
"Die Hütte hat dich nicht zu interessieren. Konzentriere dich immer nur auf die drei Meter vor dir!"
Der Rest war ein Kinderspiel. Nun ja, fast ein Kinderspiel.
Vielleicht sollten wir auf diese Weise auch "die Welt retten". Immer genau die nächsten drei Meter im Blick. Und in diesem überschaubaren Radius die Probleme erkennen und lösen helfen. Mit Menschen zusammen, deren Radien sich mit dem eigenen überlappen.
Und schnell werden wir Glieder einer Kette, einer " Lichterkette", die am Ende Hoffnung ins Dunkel bringt, bis in den letzten Winkel der Welt.
Montag, 1. April 2013
Saeta-Sängerinnen in Sevilla: Karfreitags-Umzug mit Gänsehaut pur
Wer jetzt in Sevilla unterwegs war, zur Semana Santa und an einem der "Karfreitags-Umzüge teilgenommen hat, hat sie wieder gehört. Die Saeta-Sängerinnen auf den Balkonen der Stadt. Eingebettet in ein Karfreitags-Klangmonster, das die engen Gassen und Plätze mit getragenen Kirchenliedern, wie wir sie hier von Fronleichnam-Prozessionen noch kennen, genauso erfüllt, wie mit schriller Marschmusik mit fast karnevalistischem Einschlag. Und dazwischen immer wieder die dumpfen Trommeln, die die erschöpften Träger unter den zentnerschweren Christus- und Marienfiguren weitertreiben..
Und dann sie: Wie ein "Pfeil" (saeta) steigt ihr Gesang, ihr Bittgebet, auf in den Himmel, während alles andere in den Gassen schweigt. und stillsteht - wie die Zeit.
Und mit dem ersten Ton ihrer Stimme kommt etwas in die Welt, was über uns hinausreicht.
Manche nennen es Gott.
Und dann sie: Wie ein "Pfeil" (saeta) steigt ihr Gesang, ihr Bittgebet, auf in den Himmel, während alles andere in den Gassen schweigt. und stillsteht - wie die Zeit.
Und mit dem ersten Ton ihrer Stimme kommt etwas in die Welt, was über uns hinausreicht.
Manche nennen es Gott.
Ich liebe Flamenco, ich liebe Rilke, ich liebe seine "spanische Tänzerin"
Ich
liebe Flamenco. Denn es ist die Musik der Andalusier, und nirgends habe
ich mein Leben mehr genossen als dort. Speziell die Bulería, die keiner
meiner Freunde besser vortragen kann als Sánchez, der Verwalter unserer
Hazienda. Cante jondo, tiefer Gesang, den Flamenco-Enthusiasten so
lieben und Menschen, die keine Fans dieser Musik sind, schon nach
wenigen Minuten auf den Geist geht - weil er ihnen aufs Gemüt schlägt.
Denn
kein Gesang transportiert den Schmerz, die Wut und die Enttäuschung
besser. Vielleicht noch der Fado der Portugiesen. Dieser ist aber
insgesamt gefälliger, weicher und melancholischer, was wohl gerade deshalb der
deutschen Seele mehr liegt als der Flamenco, der herausschreit, ja
geradezu herauskotzt, was falsch ist an dieser Welt und dem Leben in
ihr.
Der Sänger und sein Cante jondo ist - wie in einer Rockgruppe auch - die
Hauptperson. Die Leute, die in die Hände schlagen, quasi das Schlagzeug der
Gruppe, ja selbst die Gitarristen, die meistVirtuosen sind auf ihrem
Instrument, sind da nur Beiwerk, der Klangkörper der Gruppe. Die unangefochtene
Nummer Zwei aber - und das unterscheidet Flamenco von Rock und Pop, sind
die Tänzer, die in der Rockmusik völlig verpönt und im Pop zu
Background-Hüpfdohlen degradiert sind.
Im Flamenco aber haben sie
eine tragende Rolle, und ihr Körper drückt genau das aus, was die Stimme
des Sängers uns gerade mitgeteilt hat: Trauer, Wut und Hass. Aber dazu
kommt der Stolz, der sich in jeder Pose ausdrückt.
`Niemand kriegt mich
klein. Eher zertrete ich im Staub, was mir das Leben schwer macht.´
Neben
dem Flamenco liebe ich Rilke. Und offensichtlich hat dieser wunderbare
Poet auch den Flamenco geliebt, zumindest aber Flamenco-Tänzerinnen:
Die spanische Tänzerin
Wie in der Hand ein Schwefelzündholz, weiß,
eh es zur Flamme kommt, nach allen Seiten
zuckende Zungen streckt -: beginnt im Kreis
naher Beschauer hastig, hell und heiß
ihr runder Tanz sich zuckend auszubreiten
Und plötzlich ist er Flamme, ganz und gar.
Mit einem Blick entzündet sie ihr Haar
und dreht auf einmal mit gewagter Kunst
ihr ganzes Kleid in diese Feuersbrunst,
aus welcher sich, wie Schlangen die erschrecken,
die nackten Arme wach und klappernd strecken.
Und dann: als würde ihr das Feuer knapp,
nimmt sie es ganz zusamm und wirft es ab
sehr herrisch, mit hochmütiger Gebärde
und schaut: da liegt es rasend auf der Erde
und flammt noch immer und ergiebt sich nicht —
Doch sieghaft, sicher und mit einem süßen
grüßenden Lächeln hebt sie ihr Gesicht
und stampft es aus mit kleinen Füßen.
Rainer Maria Rilke, 1875-1926
Wie in der Hand ein Schwefelzündholz, weiß,
eh es zur Flamme kommt, nach allen Seiten
zuckende Zungen streckt -: beginnt im Kreis
naher Beschauer hastig, hell und heiß
ihr runder Tanz sich zuckend auszubreiten
Und plötzlich ist er Flamme, ganz und gar.
Mit einem Blick entzündet sie ihr Haar
und dreht auf einmal mit gewagter Kunst
ihr ganzes Kleid in diese Feuersbrunst,
aus welcher sich, wie Schlangen die erschrecken,
die nackten Arme wach und klappernd strecken.
Und dann: als würde ihr das Feuer knapp,
nimmt sie es ganz zusamm und wirft es ab
sehr herrisch, mit hochmütiger Gebärde
und schaut: da liegt es rasend auf der Erde
und flammt noch immer und ergiebt sich nicht —
Doch sieghaft, sicher und mit einem süßen
grüßenden Lächeln hebt sie ihr Gesicht
und stampft es aus mit kleinen Füßen.
Rainer Maria Rilke, 1875-1926
Freitag, 29. März 2013
Leseprobe aus "Munin - die Eulenträgerin"
Heute, kurz vor Ostern, will ich doch auch einmal eine Leseprobe meines Romans "Munin - die Eulenträgerin" posten.
Der Roman existiert zur Zeit in zwei Bänden. Drei weitere werden folgen. Gleichzeitig habe ich diese beiden gedruckten Bände in vier Teilen als E-Books veröffentlicht. Für alle die, die bei der Auswahl ihrer Lektüre nur ein minimales Risiko eingehen wollen, empfehle ich, erst einmal nur das erste E-Books für 99 Cent zu erwerben.Schnell werden Sie wissen, ob Ihnen gefällt, was und wie ich schreibe.
Leseprobe:
Am nächsten Morgen wachte ich auf – in meinem Bett, völlig nackt. Das Bettlaken war braun von Sand, und ich wunderte mich, denn ich konnte mir zunächst keinen Reim darauf machen. Und wollte das auch gar nicht, denn ich war voller Energie. Ich musste geschlafen haben wie ein Stein, wie seit Wochen nicht mehr. Mit einer Siegessicherheit sah ich in den Spiegel, wie schon lange nicht mehr – und sah diese wunderschöne Frau vor mir, und es erschreckte mich nicht. Du bist etwas ganz Besonderes. Ich musterte neugierig dieses Gesicht und spürte zum ersten Mal, dass es gut war, dass dies mein Gesicht war.
Mit diesem neuen Selbstbewusstsein ging ich in die Facharzt-Prüfung, lächelte meinen Tutor das erste Mal an, dass er überrascht darüber ganz verlegen wurde, nahm meinen Prüfungsbogen lächelnd von ihm entgegen, und mein Lächeln wurde zum Dauergrinsen, als Frage für Frage sich als läppisch herausstellte, als mein Wissen, von dem ich glaubte, es würde niemals genügen, alle Fragen mit Antworten umzingelte, bis sie sich mir ergaben, gab mit dem Rest dieses Grinsens die Blätter ab, lange vor der Zweiten, die heute maximal die Zweitbeste sein würde, das wusste ich und ging.
Draußen zog ich meine Schnürstöckel aus und tanzte mein rotes Kleid die breite Steintreppe des Seminargebäudes hinunter und drehte mich über den anschließenden Kiesweg.
Ich war endlich angekommen, das spürte ich. Zwischen den Welten, das war mein Platz! Ich hätte schreien können vor Vergnügen, nicht dazuzugehören, frei zu sein, frei von den Zwängen einer Mitgliedschaft. Ich lachte laut, dann kicherte ich erschrocken – mit der Hand vor dem Mund. Wie obszön, meine Liebe! Mitglied, aber keine Mitgliedschaft. Ich lachte, bis mir die Tränen in die Augen traten. Verdammt, wie wahr. Was ich mir als Beschwernis meines Lebens eingeredet hatte – bis zur Depression, machte mich in Wirklichkeit frei. Ich war vogelfrei, weil keine Kategorie mich gefangen nehmen konnte. Ich war das eine und das andere, und weil ich das war, war ich weder das eine noch das andere. Ich war der Hermaphrodit, Hermes und Aphrodite, Jesus und Maria – und doch beides auch wieder nicht. Ich war auch nicht die Schwarze Madonna, ich war eine schwarze Madonna.
Ich hörte auf zu tanzen und stand plötzlich wie erstarrt. Ich lauschte meinen Gedanken hinterher. Und in dieser Sekunde ahnte ich es. Diese schwarze Madonna hatte eine große Aufgabe zu erfüllen. Welche das war, würde sich noch zeigen müssen.
Ich fühlte mich vollkommen relaxt, wie Knete, hingegeben dem Leben. Und so konnte es mich endlich nehmen, wie ein Liebhaber, der seine Geliebte auch nur nehmen konnte, wenn sie sich ihm hingab. Und an diesem sonnigen Tag im Spätsommer des Jahres 2004 nahm mich das Schicksal und formte mich zu seinem Werkzeug.
Und ich war bereit und freute mich auf das, was kommen würde.
Der Roman existiert zur Zeit in zwei Bänden. Drei weitere werden folgen. Gleichzeitig habe ich diese beiden gedruckten Bände in vier Teilen als E-Books veröffentlicht. Für alle die, die bei der Auswahl ihrer Lektüre nur ein minimales Risiko eingehen wollen, empfehle ich, erst einmal nur das erste E-Books für 99 Cent zu erwerben.Schnell werden Sie wissen, ob Ihnen gefällt, was und wie ich schreibe.
Leseprobe:
Am nächsten Morgen wachte ich auf – in meinem Bett, völlig nackt. Das Bettlaken war braun von Sand, und ich wunderte mich, denn ich konnte mir zunächst keinen Reim darauf machen. Und wollte das auch gar nicht, denn ich war voller Energie. Ich musste geschlafen haben wie ein Stein, wie seit Wochen nicht mehr. Mit einer Siegessicherheit sah ich in den Spiegel, wie schon lange nicht mehr – und sah diese wunderschöne Frau vor mir, und es erschreckte mich nicht. Du bist etwas ganz Besonderes. Ich musterte neugierig dieses Gesicht und spürte zum ersten Mal, dass es gut war, dass dies mein Gesicht war.
Mit diesem neuen Selbstbewusstsein ging ich in die Facharzt-Prüfung, lächelte meinen Tutor das erste Mal an, dass er überrascht darüber ganz verlegen wurde, nahm meinen Prüfungsbogen lächelnd von ihm entgegen, und mein Lächeln wurde zum Dauergrinsen, als Frage für Frage sich als läppisch herausstellte, als mein Wissen, von dem ich glaubte, es würde niemals genügen, alle Fragen mit Antworten umzingelte, bis sie sich mir ergaben, gab mit dem Rest dieses Grinsens die Blätter ab, lange vor der Zweiten, die heute maximal die Zweitbeste sein würde, das wusste ich und ging.
Draußen zog ich meine Schnürstöckel aus und tanzte mein rotes Kleid die breite Steintreppe des Seminargebäudes hinunter und drehte mich über den anschließenden Kiesweg.
Ich war endlich angekommen, das spürte ich. Zwischen den Welten, das war mein Platz! Ich hätte schreien können vor Vergnügen, nicht dazuzugehören, frei zu sein, frei von den Zwängen einer Mitgliedschaft. Ich lachte laut, dann kicherte ich erschrocken – mit der Hand vor dem Mund. Wie obszön, meine Liebe! Mitglied, aber keine Mitgliedschaft. Ich lachte, bis mir die Tränen in die Augen traten. Verdammt, wie wahr. Was ich mir als Beschwernis meines Lebens eingeredet hatte – bis zur Depression, machte mich in Wirklichkeit frei. Ich war vogelfrei, weil keine Kategorie mich gefangen nehmen konnte. Ich war das eine und das andere, und weil ich das war, war ich weder das eine noch das andere. Ich war der Hermaphrodit, Hermes und Aphrodite, Jesus und Maria – und doch beides auch wieder nicht. Ich war auch nicht die Schwarze Madonna, ich war eine schwarze Madonna.
Ich hörte auf zu tanzen und stand plötzlich wie erstarrt. Ich lauschte meinen Gedanken hinterher. Und in dieser Sekunde ahnte ich es. Diese schwarze Madonna hatte eine große Aufgabe zu erfüllen. Welche das war, würde sich noch zeigen müssen.
Ich fühlte mich vollkommen relaxt, wie Knete, hingegeben dem Leben. Und so konnte es mich endlich nehmen, wie ein Liebhaber, der seine Geliebte auch nur nehmen konnte, wenn sie sich ihm hingab. Und an diesem sonnigen Tag im Spätsommer des Jahres 2004 nahm mich das Schicksal und formte mich zu seinem Werkzeug.
Und ich war bereit und freute mich auf das, was kommen würde.
Samstag, 16. März 2013
Mein Munin-Mantra - eine Fantasiereise durchs Leben
Die
Frage habe ich schon oft gehört. Aber immer nur von denen, die
Mantras entweder nie benutzt oder zu früh ihr Urteil über sie
gefällt und deshalb viel zu schnell aufgegeben haben.
Warum es
selbst in der heutigen Zeit, in der wir in einem Maße selbstbestimmt
sein können und dürfen - wie früher nur Kaiser und Könige, eine
so große Skepsis Mantras gegenüber gibt, wundert mich doch sehr.
Passen diese Mantras, diese Selbstaffirmationen, doch so
ausgezeichnet zu unserer Selbstbestimmtheit.
| Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de |
Wer denn
sonst, wenn nicht er?, frage ich mich. Wenn keine Hilfe da ist.
Genau
dieses Wissen darum, dass wir uns oft, sehr oft, nur selbst helfen
können, setzt in uns die Kräfte doch erst frei, die in solchen
Fällen gebraucht werden. Erst ganz am Ende, wenn diese Kräfte dann
doch nicht ausgereicht haben, bleibt immer noch Zeit genug an dieser
Welt zu verzweifeln. Aber keine Sekunde vorher
| Foto: Ich / pixelio.de |
Weil
diese Kräfte immer nur in uns selbst sind, vertraue ich in diesem
Zusammenhang ganz besonders auf die suggestive Kraft meiner eigenen
Stimme - weniger auf die eines Therapeuten. Deshalb habe ich für
meine Mantras nicht nur eigene Texte kreiert, sondern sie auch mit
meiner eigenen Stimme aufgenommen und diese Aufnahme schließlich mit
meiner Lieblingsmusik untermalt.
Diese
Aufnahme ist seitdem mein täglicher Begleiter. Mit diesem »meinem
Mantra« weckt mich mein Computer jeden Morgen.
Gerne
würde ich Euch diese Aufnahme zur Verfügung stellen, aber zum einen
geht das aus rechtlichen Gründen nicht, denn meine Lieblingsmusik
ist eine mit einem Copyright geschützte Aufnahme. Zum andern ist es
ja, wie oben erwähnt, viel besser, die eigene Stimme zu verwenden.
Den Text
meines Mantras aber kann ich hier liefern. Es soll Euch aber nur die
Anregung dafür liefern, Euer eigenes Mantra zu schreiben.
Wie sehr
ich an meine innere Kraft glaube, wie sehr ich davon überzeugt bin,
dass Gott in uns ist, dass jeder von uns dieser Gott ist, beweist
dieses Mantra. Nur mit uns ist das Göttliche in die Welt getreten -
aber auch das Teuflische. Es liegt deshalb an jedem einzelnen von
uns, diese Welt, die wir sind, immer wieder am eigenen Schopf aus dem
Chaos zu ziehen.
Mein
Mantra:
Hinunter!
Zum Wasser. Zur Laguna. Zur Pforte - in mich. Mein grüner Pfad,: ein
Teppich, gewoben aus reiner Farbe zu edlen und zarten Formen. Oder
doch nur Blüten und bunte Vögel? Aber Stimmen und Töne, wie ein
Dom über allem - zum Einsingen, zum Kleinsingen schön. Melodien des
Lebens: Sie tragen.
| Foto: Frank Leber / pixelio.de |
Wann
wirst du fragen, ob es genug war?
Seine
Gicht kühlt die Haut, lässt sie leuchten.
Seht
her! Ich bin ein Gott aus purem Gold. Ich bin das Licht.
Es füllt
die Lagune. Wie eine flache Opferschale hängt sie in der Felswand
zum Meer.
Bin ich
die Flamme auf ihr?
Will ich
hinunter, will ich hinein? Oder schwebe ich lieber darüber?
Ich bin
bereit, aber schwebe oder falle ich?
Möglich,
dass es sich anfühlt wie frei sein, vielleicht aber steht, wenn ich
nur weiter meine Arme ausbreite, die Zeit. Ich bin der Schöpfer der
Welt. Ich schwebe, oder ist es Fliegen? Fliege ich, weil ich es kann
oder falle ich, weil ich muss? Muss ich loslassen, muss ich hinunter,
muss ich? Ich muss - hinein. -
| Foto: oakant / pixelio.de |
Gehöre
ich hierher?
Ich hole
Atem - wie von selbst. Also gehöre ich hierher. Und los jetzt! - wie
ein Torpedo. Das Spiel beginnt. Tanzen, dahingleiten, schweben,
schwerelos schweben - und ab die Post.
Da,
meine Füße. Hinterher! Füße wie Flossen. Und das ist gut so. Bin
ich ein Seehund, ein Schnabeltier, eine Meerjungfrau? Vielleicht
wechsle ich ja meine Form wie ein Krake seine Farben?
Die
Welt, ein Spiel, ein ewiger Reigen von Formen und Farben, Bewegung.
Das Leben ein Dahinjagen - Lebensfreude pur.
Blumen
erwachsen aus meinem Fell, winzige Pflänzchen darin werden zu
Büschen. Ich schraube mich auf zu einem tanzenden Wald. Bis in die
Himmel greifen meine Zweige und Äste. Blütenstaub verwirble ich und
fülle den nachtschwarzen Himmel mit Milchstraßen. Ich ergreife
diese azurblaue Kugel vor mir und streichle sie sanft. Ich erkenne
den Punkt auf ihr, der meine Lagune ist. Ein winziger Punkt an der
Grenze des lebendigen Grüns und des ewigen Blaus. Ich spüre mein
knorriges Baumgesicht lächeln.
Ich jage
zurück. Mein Schweif aus Bäumen, Büschen und Blüten raschelt im
Fahrtwind, wie ein Komet.
Ein
seltsamer Komet, werden sie denken - dort unten. Ich werfe mich wie
ein Mantel über die Landschaft und vereine mich mit dem Dschungel
wie mit einer Geliebten.
Und
endlich tauche ich wieder in meine Lagune und jage lachend durch die
Algen. Halali. Die Jagd bin ich. Sucht besser das Weite! Aber
vielleicht will ich ja doch nur spielen, wer weiß?
Zu
schwarzen Flügel werden jetzt meine Flossen, mit schnellen
Fügelschlägen sause ich durchs Wasser. Jetzt aber hinaus - in die
klare Luft. Als Kormoran.
Ich bin
ein wilder Segler der Lüfte, der Seehund der Lüfte. Die Jagd geht
weiter. Haltet eure Federn am Leib, ihr gefiederten Freunde, ich bin
auf der Jagd.
Meine
Schwingen werden weiter, sie tragen mich. Ich lege mich auf den Wind
wie auf ein Bett, ich fühle majestätische Kraft. Hoch hinaus.
Erhabenheit. Ich, der Adler, Herrscher der Lüfte, Wächter über die
Welt. Mit unbestechlichen Augen hüte ich Erde und All. Ich bin der
Aar, ich bin der Wind über allem, der Sturm. - Ich bin ein großer
Gesang.
Ich
schwebe - Stille - nur mein Rufen. Mein Wächterruf zur vollen Stunde
- hinunter von meinem ewigen Turm.
| Foto: M. Uderhardt / pixelio.de |
Die Zeit
der Rückkehr naht.
Dort ist
das Schwarzes Loch, mein Fahrstuhl. Wie Phoenix werde ich
zurückkehren - bald.
Doch die
Zeitreise zurück ist nicht ohne Gefahr. Es gilt, die Welt erneut zu
erschaffen. Nach dem uralten Plan, dem einzig denkbaren, dem einzig
gültigen Plan.
Hier und
Jetzt. An dieser Stelle, dem Ort des reinen Nichts.
Ich bin
dieses Nichts, und ich muss brennen, und ich werde brennen und
explodieren in diesem Nichts in die Welt, in das Neue, das
Nie-Gewesene und doch Immer-wieder-Geborene. Es ist das Chaos, das
ich anrichte aus dem Nichts.
Konzentration.
Gedanken
werden Energie, das ist das Geheimnis. In alle Richtungen jagt sie
davon und wird zu Materie, wird zu Sternen, wird zu Fels - nach
seinen Gesetzen, nach meinen Gesetzen, den einzig denkbaren Gesetzen.
Ich
erkenne mich in diesen Urgewalten und mache mir ein Bild von mir. Ich
bin der - von Anfang an - der ich sein werde am Ende der Reise. Das
ist die Aufgabe, der Sinn, und er gefällig mir:
Du wirst
das Bild, das du von dir machst, zum Leben erwecken, in Fleisch und
Blut transferieren.
So hebe
ich endlich meinen Arm und deute hinein in das Chaos, und alles
geschieht, geschieht nach seinem Willen, geschieht nach meinem
Willen.
| Foto: Peter Heinrich / pixelio.de |
Regenerieren,
immer wieder zusammenfügen, um neu zu beginnen, das ist die
Zauberformel, und sie ist in mir. In verborgenen Tiefen, die sich mir
jetzt - genau in diesem Augenblick - wieder eröffnen. Jetzt! -
| Foto: Rainer Sturm / pixelio.de |
Und da
ist noch eine zweite Wahrheit. Ein zweites ehernes Gesetz. Aus allem
Anfang.
Und ich
gehorche, gehorche auch jenem Gesetz, das aus mir kommt, und dem ich
mich fügen muss wie alle Götter sich dem fügen müssen, was sie
erschaffen haben.
Und so
schlage ich mit Demut und mit Freuden ein Rad - und werde Pfau.
Mein
Rascheln lockt alles Fremde in meinen Bann. Wie Feen schwebt es durch
meinen Fächerschweif.
Sie
entkleiden mich, ziehen mich aus meinem Federkleid - wie
Kammerjungfern. Und ich erkenne, dass ich nackt bin, ein entblößter
Gott.
Die Feen
sind jetzt in mir. Das Spiel hat begonnen. Das Spiel des Eros. Der
Reigen der Liebe. Meine Kammerjungfern halten mir einen Spiegel vor.
Und ich erkenne mich.
Die Feen
fassen sich bei den Händen und beginnen in immer wilderen Kreisen zu
tanzen, in verwirrenden Meandern und Wirbeln - immer schneller drehen
sie sich: Es ist die Pirouette IHRER Geburt, die Geburt meiner
Prinzessin, meiner Göttin, meines Spiegelwesens. Sie umfließt mich
wie flüssiges Gold, sie schmeichelt, sie liebkost. Wir fließen
ineinander, sie wird ich, ich bin sie - jetzt sind wir das
janusköpfige Wesen, der Hermaphrodit: Jesus und Maria. Wir
verwirbeln zur Schwarzen Göttin.
Und sind
eins, die tief verborgene Erinnerung an die Urform des Seins, der
Nachgeschmack des reinen Nichts, der höchsten Symmetrie. Die reinste
Form der Umarmung.
In u n s
e r e r Umarmung entsteht u n s e r e Welt. In einem Kuss.
| Foto: Martin Büdenbender / pixelio.de |
Mit
unseren Kinderaugen, neugierig, unstillbar neugierig, sehen wir auf
das, was kommt. Den Baum der Erkenntnis haben w i r uns gepflanzt.
Gegen das Vergessen. Und für unsere Rückkehr.
Montag, 11. Februar 2013
Die fremde Saat geht langsam auf
Einen interessanten Artikel habe ich kürzlich gelesen, der mich schnell wieder an meine außerirdische Herkunft erinnert hat. Denn auch ich bin aus dem Wissen entstanden, das die Wissenschaftler meines Herkunftsvolkes, den Oronen, einst in DNA-Speicher verpackt und hinaus ins Universum geschickt haben.
So ähnlich ist es jetzt hier auf der Erde offensichtlich den Forschern des neuen Volk, dem ich inzwischen angehöre, gelungen.
Mit dem Unterschied, dass die Oronen die Information zusätzlich in den verschiedenen Isotopen der einzelnen Atome der Erbsubstanz-Bausteine abgespeichert haben, was die Speichersubstanz noch einmal um ein vielfaches verkleinert hat. Diese Isotopen-DNA-Speicher sind dann in sogenannte Vektoren gepackt worden, die das in ihnen abgelegte Wissen einer untergegangenen Welt - und meine Erbsubstanz - beim Auftreffen auf fremden Planeten in die Erbsubstanz der dort lebenden Wesen infiltrieren konnten.
Diese "Saat" ist hier auf der Erde seit langem am Aufgehen - und vielleicht gleichzeitig auf anderen Planeten. Aber in dieser "Saat" liegt noch mehr verborgen, viel mehr.
Und nicht nur Segensreiches. Denn mit mir ist Kerlog hier eingetroffen. Doch was noch schlimmer ist: zusammen mit seiner Geliebten.
Die digitale Welt ist eine Welt aus Nullen und Einsen, den sogenannten Bits (binary digits). Und so wird sie auch abgespeichert. Egal ob auf einer CD, einem Laufwerk oder einem Magnetband. Und diese Speicher können auf immer kleinerem Raum immer mehr dieser zwei Zeichen ablegen. Diese ungeheure Informationsdichte wäre aber nichts im Vergleich zu einem Speicher aus DNA. Das menschliche Genom zum Beispiel besteht aus etwa drei Milliarden Basenpaaren, demnach könnte man auf ihm drei Milliarden Bits unterbringen. Ganze drei Pikogramm (eine Billion Pikogramm entspricht einem Gramm) würde das wiegen.
Wissenschaftlern ist es jetzt gelungen, immerhin fünf größere MP-3-Dateien in DNA-Code umzuschreiben. Fehlerfrei. Eine mit dem bloßen Auge nicht erkennbare Menge Erbsubstanz, die in einem DNA-Sequenzierer wieder ausgelesen werden konnte.
Das gesamte gespeicherte riesige Wissen des CERNS würde gerade einmal 40 Gramm DNA-Speicher ergeben.
So ähnlich ist es jetzt hier auf der Erde offensichtlich den Forschern des neuen Volk, dem ich inzwischen angehöre, gelungen.
Mit dem Unterschied, dass die Oronen die Information zusätzlich in den verschiedenen Isotopen der einzelnen Atome der Erbsubstanz-Bausteine abgespeichert haben, was die Speichersubstanz noch einmal um ein vielfaches verkleinert hat. Diese Isotopen-DNA-Speicher sind dann in sogenannte Vektoren gepackt worden, die das in ihnen abgelegte Wissen einer untergegangenen Welt - und meine Erbsubstanz - beim Auftreffen auf fremden Planeten in die Erbsubstanz der dort lebenden Wesen infiltrieren konnten.
Diese "Saat" ist hier auf der Erde seit langem am Aufgehen - und vielleicht gleichzeitig auf anderen Planeten. Aber in dieser "Saat" liegt noch mehr verborgen, viel mehr.
Und nicht nur Segensreiches. Denn mit mir ist Kerlog hier eingetroffen. Doch was noch schlimmer ist: zusammen mit seiner Geliebten.
Die digitale Welt ist eine Welt aus Nullen und Einsen, den sogenannten Bits (binary digits). Und so wird sie auch abgespeichert. Egal ob auf einer CD, einem Laufwerk oder einem Magnetband. Und diese Speicher können auf immer kleinerem Raum immer mehr dieser zwei Zeichen ablegen. Diese ungeheure Informationsdichte wäre aber nichts im Vergleich zu einem Speicher aus DNA. Das menschliche Genom zum Beispiel besteht aus etwa drei Milliarden Basenpaaren, demnach könnte man auf ihm drei Milliarden Bits unterbringen. Ganze drei Pikogramm (eine Billion Pikogramm entspricht einem Gramm) würde das wiegen.
Wissenschaftlern ist es jetzt gelungen, immerhin fünf größere MP-3-Dateien in DNA-Code umzuschreiben. Fehlerfrei. Eine mit dem bloßen Auge nicht erkennbare Menge Erbsubstanz, die in einem DNA-Sequenzierer wieder ausgelesen werden konnte.
Das gesamte gespeicherte riesige Wissen des CERNS würde gerade einmal 40 Gramm DNA-Speicher ergeben.
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