Schamanismus. Vielleicht ist das einfach nur ein zu großes Wort, um auch von naturwissenschaftlich gebildeten Menschen ernst genommen werden zu können.Oder haben wir es den "modernen" Schamanen, die Kapital aus ihren vermeintlichen Fähigkeiten schlagen wollen, zu verdanken, dass sich seitdem zwei Lager aufgetan haben: die Fans und Jünger dieser für sie zur Ersatzreligion aufgestiegenen "Dienstleistung" auf der einen Seite und die Kritiker und "Ungläubigen" auf der anderen.
Dabei geht es doch nur um die ganz "normalen" Dinge, die in Menschen stecken, um ihre Kräfte und Fähigkeiten, die sie haben - oder haben könnten, wenn sie auf diese Ressourcen zurückgreifen würden.
Selbstheilungskräfte, zum Beispiel, Wissen, das zum allergrößten Teil kollektives Wissen ist, an das der Einzelne über Lehrer und Lehrmeister herankommt. Oder, wenn nicht an das Wissen selbst, dann doch an die Erungenschaften dieses Wissens durch Fachleute. Ärzte, etwa, Schreiner und Schneider..
Und schon ist der Nimbus des Übernatürlichen weg - und trotzdem bleibt das Edelste, was dieses Universum hervorgebracht hat: Das Wissen dieser edelsten aller Lebensformen und ihre kulturellen Leistungen.
Nennen wir es Schamanismus.
Es ist das, was über jeden Einzelnen von uns hinausweist, was uns "transzendiert".
Aber nennen wir es auf keinen Fall Gott.
Denn dies ist nicht aus der gelangweilten und langweiligen Allmacht und Allwissenheit eines solchen Wesens entstanden, sondern es ist entstanden aus dem Streben eines unvollkommenen Lebewesens, in der Zuversicht, sich damit immer und immer wieder selbst zu erhöhen, sich zu verbessern, sich zu begreifen - und alles andere um ihn herum gleich mit.
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