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Freitag, 24. Mai 2013

Nicht geschaffen für das Idyll

Bald werden mehr Menschen in Städten wohnen als auf dem flachen Land. Und dabei wird es wohl nicht bleiben. Ist es wirklich immer nur die schiere Not, die Menschen dorthin treibt, wo es Arbeit geben soll? Vielleicht sind wir für "das Idyll" einfach nicht geboren? Weil das zwar oft schon genauso künstlich ist wie die Asphaltschluchten unserer Städte aber viel anstrengender darin zu leben. Ohne Kino, ohne Supermarkt um die Ecke, ohne Dönerbuden und Currywurst-Stände.
Wenn Bären die Wahl haben, ziehen sie die Mülltonnen menschlicher Siedlungen den schönsten und weitesten Jagdgründen vor. Möwen würden sich nur noch auf den Abfallhalden der Städte herumtreiben. 
Gibt es wirklich eine artgerechte Haltung? Ist der Ruf der Wildnis ein Märchen amerikanischer Schriftsteller und deutscher Romantiker? Soll man indigene Völker wirklich in ihrem Steinzeit-Märchen belassen?
Wer weiß das schon?
  
Rudolpho Duba / pixelio.de

Mittwoch, 15. Mai 2013

Die Schamanen von einst sind die Professoren von heute und nicht unsere Pfaffen

  Schamanismus ist - so habe ich es in meinem letzten Post geschrieben - womöglich ein zu großes Wort, um auch von naturwissenschaftlich gebildeten Menschen ernst genommen werden zu können. Mehr noch: bedauerlicherweise verstellt der Umstand, dass der Schamanismus heutzutage von Esoterik-Kreisen vereinnahmt wurde, ihren Blick auf die so offensichtliche Tatsache, dass der Schamanismus der Urahn jeglicher Wissenschaft ist. 
Im Bereich der heilerischen Tätigkeit wird das wohl niemand ernsthaft in Frage stellen. Der erste, der sich an dieses komplizierte Feld je gewagt hat, war der Schamane. Aber genauso wenig wie der einzelne Wissenschaftler fertig und vollkommen vom Himmel gefallen ist - mit all seinem Wissen und seinen Fähigkeiten -, so wenig gab es auch den "universellen" Schamanen, den allwissenden, alle anderen überragenden Geist. Nein. Der Schamane war - und ist es dort noch heute -, wo Menschen isoliert von der "Zivilisation" leben, der Träger des kollektiven Wissens einer archaischen Gesellschaft ohne schriftliche Aufzeichnungen. Quasi eine lebende Bibliothek, deren Inhalt - vielleicht nur einmal im Leben des Schamanen - "kopiert" wurde und wird, um dann in seinem Schüler weiterzuleben.
Der Schamane war am Anfang bestimmt der Hüter des Feuers, war d e r Jäger, der die besten Jagdgründe in der Umgebung des Dorfes kannte, weil sein Dorf ihn zum langfristigen kollektiven Gedächtnis auserwählt hat. War auch der auserwählte erste Braumeister, der erste Käser. 
Bis dann die kulturellen Leistungen so vielfältig wurden, bis Arbeitsteilung notwendig und das ein oder andere schamanische Wissen "outgesourct" wurde an andere Stammesmitglieder, die dann diesen Teil einst schamanischen Wissens an ihre Nachkommen oder ihre Schüler weitergegeben haben.
Die großen Wissensfelder aber blieben beim Schamanen und fanden über einen geradlinigen Weg über Bettelmönche, Klosterbrüder, Absolventen von Ingenieursschulen schließlich Eingang in die Universitäten. Die "kleinen" Wissensfelder dagegen landeten irgendwann in den Zünften und schließlich in der Industrie.
Der Schamane war damals das, was heute das Professorenkollegium einer Universität ist. Und Schamanismus ist in unseren Tagen das vernetzte Wissen aller Universitäten dieses Planeten.
Also ziemlich weltlich das Ganze und gar nicht esoterisch!
Und trotzdem so überirdisch groß und erhaben.

Montag, 13. Mai 2013

Schamanismus ist nichts Überirdisches

Schamanismus. Vielleicht ist das einfach nur ein zu großes Wort, um auch von naturwissenschaftlich gebildeten Menschen ernst genommen werden zu können.Oder haben wir es den "modernen" Schamanen, die Kapital aus ihren vermeintlichen Fähigkeiten schlagen wollen, zu verdanken, dass sich seitdem zwei Lager aufgetan haben: die Fans und Jünger dieser für sie zur Ersatzreligion aufgestiegenen "Dienstleistung" auf der einen Seite und die Kritiker und "Ungläubigen" auf der anderen.
Dabei geht es doch nur um die ganz "normalen" Dinge, die in Menschen stecken, um ihre Kräfte und Fähigkeiten, die sie haben - oder haben könnten, wenn sie auf diese Ressourcen zurückgreifen würden.
Selbstheilungskräfte, zum Beispiel, Wissen, das zum allergrößten Teil kollektives Wissen ist, an das der Einzelne über Lehrer und Lehrmeister herankommt. Oder, wenn nicht an das Wissen selbst, dann doch an die Erungenschaften dieses Wissens durch Fachleute. Ärzte, etwa, Schreiner und Schneider..
Und schon ist der Nimbus des Übernatürlichen weg - und trotzdem bleibt das Edelste, was dieses Universum hervorgebracht hat: Das Wissen dieser edelsten aller Lebensformen und ihre kulturellen Leistungen.
Nennen wir es Schamanismus.
Es ist das, was über jeden Einzelnen von uns hinausweist, was uns "transzendiert".
Aber nennen wir es auf keinen Fall Gott.
Denn dies ist nicht aus der gelangweilten und langweiligen Allmacht und Allwissenheit eines solchen Wesens entstanden, sondern es ist entstanden aus dem Streben eines unvollkommenen Lebewesens, in der Zuversicht, sich damit immer und immer wieder selbst zu erhöhen, sich zu verbessern, sich zu begreifen - und alles andere um ihn herum gleich mit.
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