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Montag, 22. April 2013

Frau Holle - eine Schamanin

  Kikeriki, die Goldmarie ist wieder hie!
Wer kennt nicht wenigstens noch diesen einen Spruch aus "Frau Holle"? Dass dieses Märchen viel mit Schamanismus zu tun hat, wissen wohl die Wenigsten. Was auch daran liegen könnte, dass sich die meisten Menschen eine falsche Vorstellung von Schamanismus machen. Schnell kommen da Assoziationen hoch wie "Woodoo", Zauberei, Quacksalberei. Gut möglich, dass der Schamanismus daran selbst die Schuld trägt. 
Der moderne Schamanismus, zumindest, der "privatisierte"! Denn überall dort, wo Privatpersonen agieren, wird es über kurz oder lang mehr um Profit gehen als um die Sache selbst. Und wer seinen Profit erhöhen will, muss dazu die Werbetrommel rühren, und immer dann, wenn die Sache selbst keinen Nutzen liefert,  muss Zauberei ihn ersetzen - oder muss Angst den Umsatz der wirkungslosen Sache schüren.
Religionen und Sekten - Tempel - waren und sind in vielen Ländern noch heute solche Profitunternehmen.
Ganz anders der ursprüngliche Schamanismus. Der Schamane war der "öffentlich bestellte" Rat seines Dorfes, der Hüter der Weisheit. Der Hüter des Feuers. Ein Mann, oder eine Frau war er - nicht selten aber auch ein Zwitterwesen -, der, die oder das, weil er, sie oder es mehr vom Leben wusste als andere, diese anderen bei ihrer "Menschwerdung" begleitete.
Initiationen nennt man diese Punkte, an denen der Mensch in seiner Entwicklung durch eine neue Pforte tritt: Kindheit, Jugend, Erwachsensein, Alter, Tod, Geburt. Der Schamane ist der Hohepriester dieser Initiations-Rituale. Und er hilft die Fragen zu beantworten, die alle Menschen aller Kulturkreise seit möglicherweise 30.000 Jahren schon stellen: Wer bin ich? Was ist der Sinn des Lebens? Wo führt es mich hin?
Wenn auch diese Fragen immer ohne Antwort bleiben müssen, wird eine ungestellte Frage dabei beantwortet: Wie gehe ich den rechten Weg?
Zurück zu Frau Holle. Hier findet das ungeliebte Stiefkind seinen rechten Weg - durch mehrere Initiationen in einer Anderswelt - und kehrt als Goldmarie von ihren "Lehr-und Wanderjahren" zurück. 
Dass uns bei der Suche nach dem rechten Weg immer die freie Wahl bleibt, erzählt dabei die Geschichte der Pechmarie.

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