"Wir empfinden in zunehmendem Maße Entfremdung. Hinzukommt, dass wir keine Hoffnung mehr in den Fortschritt setzen. Deshalb spreche ich von rasendem Stillstand. In den fünfziger Jahren gab es auch rasante Beschleunigung, aber gleichzeitig Hoffnung. Heute glaubt die Elterngeneration zum ersten Mal seit 25 Jahren nicht mehr, dass es ihren Kindern einmal besser gehen wird. Sie hofft allenfalls, es möge nicht viel schlechter werden. Deshalb laufen wir nicht mehr auf einen Horizont zu, sondern vom Abgrund weg, und das macht uns kollektiv krank. Die Anstrengung hat keinen Sinn."
Hartmut Rosa, Professor für Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena.
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