Translate

Freitag, 26. Oktober 2012

Obama und Romney: zwei Scharlatane

Obama oder Romney, wer soll Präsident der USA werden? Schamanen sind sie beide nicht, auch wenn sie sich beide wohl dafür halten. Wunderheiler sind sie, das ist diese Sorte von Scharlatanen, bei denen nicht der Patient im Mittelpunkt steht, sondern der Scharlatan selbst - als Selbstdarsteller. Und weil sie keine Macht über die Geister und Ahnen haben, brauchen sie die Macht über ihre Patienten. Mein Meister sagt, das sei gefährlich, weil es nur einem nütze: dem Wunderheiler, während der, der zu ihm kommt, um von ihm Hilfe zu erlangen, nicht nur krank bleibt, sondern vielleicht noch kranker wird von ihren Weisheiten. Und sie nehmen Geld für das, was sie tun, beziehungsweise nicht tun.
Ein wahrer Schamane aber nimmt kein Geld. Er ist der selbe Bauer oder Handwerker wie die, die er heilt, und lebt unter ihnen und mit ihnen. Romney hat noch nie unter den Menschen gelebt. Als Sohn reicher Eltern und Ehemann einer noch reicheren Frau ist er immer nur wie ein Fettauge auf der Gesellschaft geschwommen. Ein Schamane aber, weil er eben zwischen allen lebt, ist geborgen in diesem Gebilde, das mein Meister »Sippenkörper« nennt.
Und Obama? Vielleicht hätte er ein Schamane sein können, wenn die anderen ihm ein Sippenkörper hätten sein wollen.
Doch dort drüben, wo alle sich gegenseitig ein Freund sein wollen, sind sich stattdessen alle die Fremden geblieben, als die sie irgendwann - entwurzelt von ihrer Heimat - in diesem Land angekommen sind. Geld hält dort alles zusammen, deshalb reden sie so gern darüber - weil sie vergessen haben, dass Geld die Menschen entzweit.
Denn Geld, es ist die Währung für Erfolg. Und daran glaubt dort drüben zwar jeder. Aber Erfolg entzweit. Denn für jeden stehen Sterne am Himmel, wohl war, aber nicht jeder kann sich dort einen herunterholen. Auch in einer Affenherde kann immer nur einer der Boss sein, und solange er der Boss ist, bleibt diese Position für alle anderen nur ein Traum. Ich nenne das den Prinz-Charles-Effekt: Der bleibt solange der schöne, junge, verwunschene Prinz, solange seine Mutter noch aufrechten Hauptes die Krone tragen kann.
Das wissen die dort drüben bestimmt, aber um es begreifen zu können, sehen sie zuviel Fernsehen. Und »in diesem Fernsehen« laufen nun einmal nur die herum, die es geschafft haben, und lügen dort denen, die es nicht geschafft haben, immer und immer wieder vor, dass sie es nur n o c h nicht geschafft haben. Und keiner wagt die Frage auch nur zu denken, wann etwa ein Letterman endlich seinen Platz einem der unzähligen wartenden Träumer räumt.
Armes Volk - und arme Welt, die sich das Leben dort drüben mehr und mehr zum Vorbild nimmt.
Also egal ob Obama oder Romney. Leider.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...