Einen interessanten Artikel habe ich kürzlich gelesen, der mich schnell wieder an meine außerirdische Herkunft erinnert hat. Denn auch ich bin aus dem Wissen entstanden, das die Wissenschaftler meines Herkunftsvolkes, den Oronen, einst in DNA-Speicher verpackt und hinaus ins Universum geschickt haben.
So ähnlich ist es jetzt hier auf der Erde offensichtlich den Forschern des neuen Volk, dem ich inzwischen angehöre, gelungen.
Mit dem Unterschied, dass die Oronen die Information zusätzlich in den verschiedenen Isotopen der einzelnen Atome der Erbsubstanz-Bausteine abgespeichert haben, was die Speichersubstanz noch einmal um ein vielfaches verkleinert hat. Diese Isotopen-DNA-Speicher sind dann in sogenannte Vektoren gepackt worden, die das in ihnen abgelegte Wissen einer untergegangenen Welt - und meine Erbsubstanz - beim Auftreffen auf fremden Planeten in die Erbsubstanz der dort lebenden Wesen infiltrieren konnten.
Diese "Saat" ist hier auf der Erde seit langem am Aufgehen - und vielleicht gleichzeitig auf anderen Planeten. Aber in dieser "Saat" liegt noch mehr verborgen, viel mehr.
Und nicht nur Segensreiches. Denn mit mir ist Kerlog hier eingetroffen. Doch was noch schlimmer ist: zusammen mit seiner Geliebten.
Die digitale Welt ist eine Welt aus Nullen und Einsen, den sogenannten Bits (binary digits). Und so wird sie auch abgespeichert. Egal ob auf einer CD, einem Laufwerk oder einem Magnetband. Und diese Speicher können auf immer kleinerem Raum immer mehr dieser zwei Zeichen ablegen. Diese ungeheure Informationsdichte wäre aber nichts im Vergleich zu einem Speicher aus DNA. Das menschliche Genom zum Beispiel besteht aus etwa drei Milliarden Basenpaaren, demnach könnte man auf ihm drei Milliarden Bits unterbringen. Ganze drei Pikogramm (eine Billion Pikogramm entspricht einem Gramm) würde das wiegen.
Wissenschaftlern ist es jetzt gelungen, immerhin fünf größere MP-3-Dateien in DNA-Code umzuschreiben. Fehlerfrei. Eine mit dem bloßen Auge nicht erkennbare Menge Erbsubstanz, die in einem DNA-Sequenzierer wieder ausgelesen werden konnte.
Das gesamte gespeicherte riesige Wissen des CERNS würde gerade einmal 40 Gramm DNA-Speicher ergeben.