Traurig, meint Ihr? Ein Leben aus zweiter Hand so ein Leben zwischen Buchdeckeln? Wahrscheinlich habt Ihr recht. Aber ist das Leben aus "Fleisch und Blut" am Ende nicht auch nur eines, das in der Einsamkeit der Schaltkreise unserer Nervenzellen stattfindet? Und damit auch nur "beschreibend"; nur eine Vorstellung von dem, was in diesem Draußen vor sich geht.
Geschmacksache, also. Und in beiden Fällen Fantasy pur.
Apropos:
Hier, in meinem neuen Zuhause, zwischen den Buchseiten strömt mir der Duft von Druckerschwärze und feinem Papier um die Nase. Der Duft, aus dem die großen Träume sind. Und dieses sanft schabende Geräusch in meinen Ohren, das entsteht, wenn Daumen und Zeigefinger meiner Leser die Seite vom noch Ungelesenen lösen - ungeduldig, um sie umzuschlagen, noch bevor der Sinn des letzten Satzes auf dieser Seite in den Schaltkreisen ihrer Nervenzellen angekommen ist.
Gänsehaut macht mir das.
Und dieses unbestimmte Gefühl, Teil eines ungeahnten, un"fass"baren Ganzen zu sein, lässt mich wohlig erschauernd auferstehen in der Gedankenwelt, in der "Fantasy" meiner Leser.
Und ich, Munin, die Eulenträgerin, die Schamanin erwache inmitten meines
Sippenkörpers.